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POURING-GRUNDLAGEN, TECHNIKEN & TIPPS

Der Hype um das Acrylic Pouring (Acryl Fließtechnik) begann in den USA und hat sich wie ein Lauffeuer zwischenzeitlich auch auf der restlichen Welt ausgebreitet.

 

Die Techniken sind vielfältig und eröffnen jedem Künstler eine unendliche Palette an interessanten Farbspielen, Farbverläufen, Zellenbildungen und abwechslungsreichen Gestaltungsvarianten die oftmals unvorhersehbare Kreationen hervorbringen.

Für Anfänger der Acrylkunst ermöglicht das Pouring / das Acrylgießen einen guten Einstieg um ein Gefühl für Acrylfarben zu entwickeln. Erfolgserlebnisse sind, sofern man einige Grundlagen beachtet, garantiert.

 

Meine Anleitung zu den Pouring-Grundlagen soll kurz und leicht verständlich die wichtigsten Informationen vermitteln um sofort, per „Schritt für Schritt-Anleitung“ mit dem ersten eigenen Pouring starten zu können. 

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Begriffserklärung "Fluid Art"

Bedeutet einfach nur "Flüssige Kunst" und wird speziell in Verbindung mit der Verwendung von Acrylfarben verwendet die, aufgrund der hohen Fließfähigkeit, in unterschiedlichen Methoden über einen Malgrund fließen. Diese Acryl-Kunstrichtung wird als "Fluid Art" bezeichnet. 

Begriffserklärung "Acrylic Pouring"

Bedeutet sinngemäß "Acryl Fließtechnik". Mit dieser Technik werden verdünnte Acrylfarben üblicher Weise auf eine Leinwand gegossen und durch Neigung der Oberfläche in ihrem Farbverlauf verändert. 

Die gestalterischen Variationen entstehen durch die Auswahl an geeigneten Materialien, also Farben, Bindemittel, Öle und weitere Zusätze die beigemischt werden. Durch verschiedene Beimischungen und Techniken können so Zellstrukturen in unterschiedlichsten Ausprägungen entstehen.


INHALT DIESER ANWENDUNGSEMPFEHLUNG

  • Arbeitsplatz / Vorbereitung
  • Acrylfarben für Pouring
  • Gießmedien (Pouring Medium)
  • Mischverhältnisse (Rezeptur)
  • Zellenbildung in Acrylfarben
  • Einsatz von Silikon - Mischtechnik und Auswirkung
  • Deckkraft der Farben / Auswirkungen
  • Die bekanntesten Pouring-Techniken

                Flip Cup

                Dirty-Pour

                Puddle-Pour

                Swipe

                Swirl

                String

  • Trockenzeit / Trockenplatz
  • Versiegelung der Oberfläche

Arbeitsplatz / Vorbereitung

Der Arbeitsplatz ist natürlich abhängig von der Größe der Leinwand zu wählen. Da die Farben für die Acryl Fließtechnik auf eine liegende Leinwand aufgebracht werden, benutze ich am liebsten einen großen, ausziehbaren Tisch. Auch von der Arbeitshöhe ist dies für mich ideal.

 

Zudem werden die Acrylfarben mit einem Gießmedium über den Rahmen gegossen und tropfen seitlich stark ab, deshalb empfehle ich folgende Vorbereitung/Ausstattung:

  • Tisch mit Folie (Alternativ eine alte Tapete, Zeitungen, etc.) zum abdecken.
  • Für kleinere Bilder einen großen Karton mit niedrigem Rand (z. Bsp. Gemüsekarton) aus dem Supermarkt besorgen.
  • Einmalhandschuhe (Latex, Gummi).
  • Mehrere alte Gläser zum Farbe mischen (Alternativ: Plastikbecher, Pappbecher, Joghurtbecher, etc...
  • Ein größeres Glas oder Becher um die einzelnen Farben, vor dem Auftragen auf die Leinwand, zusammen zu fügen (bei folgenden Techniken: Flip Cup, Dirty-Pour, Swirl).
  • Ein altes Buch oder 4 gleichhohe Gläser, Becher etc. als Podest, damit die Farbe leicht abtropfen kann und die Leinwand bzw. der Rahmen nicht an dem Untergrund kleben bleibt.
  • Mehrere flache Holzstäbchen (Alternativ Plastiklöffel, etc.) zum Mischen der Farben mit dem Gießmedium. Pro Farbe einen Holzstick bereitlegen.
  • Eine Rolle Einwegtücher (ZEWA-Papiertücher, etc…) um Farbe zu entfernen oder etwas abzuputzen. Alternativ, oder besser zusätzlich, einen Eimer warmes Wasser mit etwas Spülmittel bereitstellen um etwas abwaschen zu können.
  • 1 großes Glas mit Verschluss (z. Bsp. Gurkenglas, etc.) zum Sammeln der Farbreste (Alternativ ein wasserdichter Müllbeutel und ein paar saugfähige Einwegtüchern für die Farbresteentfernung.

Ich selbst verwende gerne alte Senfgläser zum Mischen der Farben, da diese am Glasboden gewölbt sind (keine Rillen oder Riefen) und das Mischen somit vereinfacht wird.

 

Farbreste sollten nicht in den Waschbecken-Ausguss geleert werden, da die Farben das Abflussrohr schnell verstopfen können. Ich wasche lediglich meine Farbgläser nach dem entleeren im Waschbecken unter viel fließendem Wasser aus.

Acrylfarben für Pouring

Alle Farben müssen verdünnt werden damit diese leichter über die Leinwand fließen können. Um die gewünschte Fließfähigkeit der Farbe zu bekommen, verdünnt man die Farben mit einem Gießmedium (Pouring medium) und evtl. etwas Wasser. Das Gießmedium bindet die Farbpigmente aneinander und verbessert die Fließeigenschaft, ohne die Farbstruktur zu zerstören.

 

Vorsicht bei Wasserbeimischung. Die Beimischung von zu viel Wasser kann die Struktur der Acrylfarbe angreifen, so dass sich die Farbpigmente ungleichmäßig verteilen und der Farbfilm reißt. Auf jeden Fall immer zuerst die Farbe mit dem Gießmedium mischen und erst danach evtl. etwas Wasser hinzufügen (ich selbst füge kein Wasser hinzu).

 

Um sogenannte große „Zellen / Farbzellen“ auf der Leinwand herzustellen, benötigt man an besten - neben der Acrylfarbe und dem Gießmedium – zusätzlich noch hochwertiges Silikon, damit sich die Farben besser trennen und unterschiedliche Oberflächeneffekte entstehen. Zusätzlich kann hierfür auch noch einen Flammbierbrenner eingesetzt werden.

Aber erst einmal zum Thema Farben. Je nach „Geldbeutel“ müsst ihr selbst die Auswahl betreffend der Farben treffen (Welcher Hersteller / welche Qualität [Stärke der Pigmentierung]) / eher flüssig oder eher pastos, also zäh-flüssig. Je höher die Pigmentierung und Qualität der Farbe, desto höher ist die Farbbrillanz, aber auch meistens der Preis.

Möglichkeit 1 – Flüssigere Farben

Bereits flüssigere, hochwertige Acrylfarben kaufen. Artikelzusatz „Fluid“. (Beispiel „Golden Fluid Acrylfarbe“, „Schmincke Primacryl Fluid“, „LukasCryl LIQUID Acrylfarbe“, etc., etc.)

Da die Farben bereits eine flüssige Konsistenz haben, benötigt man weniger Gießmedium zum anmischen.

Verschiedene Acrylfarben sind bereits grundsätzlich etwas flüssig und günstiger in der Anschaffung; z.Bsp. „Solo GOYA TRITON Acrylic“ von C.Kreul, etc., etc. und werden ebenfalls gerne verwendet.

Möglichkeit 2 – Hochwertige Künstler-Farben

Hochwertige, pastöse Künstler-Acrylfarben kaufen und diese mit dem Gießmedium mischen.

Diese Variante bevorzuge ich, da ich meine Farben, neben dem Pouring, auch für meine anderen Maltechniken (Rakeltechnik, Spachteltechnik) benötige.

Sehr gute, hochwertige (aber auch teure) Farben folgender Hersteller die ich bevorzuge sind z. Bsp.:

  •           Schmincke
  •           Golden
  •           Lukas
  •           Liquitex
  •           Lascaux
  •           Sennelier
  •           Royal Talens

Tipp: Einfach bei Google "Acrylfarben" eingeben - dann werden bereits etliche Großhändler gelistet, die fast alle Farben und Hilfsmittel der oben genannten Hersteller im Sortiment haben und auch per Online-Bestellung nach Hause liefern.

Möglichkeit 3 – Günstige Acrylfarben

Günstige Acrylfarben kaufen und erst einmal ausprobieren.

Für viele Pouring-Fans sind diese Farben absolut ausreichend und belasten den Geldbeutel nicht so extrem.

 

Tipp: Hierzu bei Google, Amazon oder Ebay evtl. den Suchbegriff "Acrylfarben Sets" verwenden und Erfahrungen und Bewertungen der Käufer nachlesen...

Erklärung zur Farbdichte

 

Die Farbdichte bezieht sich auf die Zusammensetzung von Farbpigmenten, Binde- und Lösungsmittel. Diese Zusammensetzung ist bei jeder Acrylfarbe unterschiedlich, hat aber grundsätzliche Auswirkungen auf das Ergebnis.

Weiß ist eine sehr dichte Farbe, wobei z. Bsp. Schwarz eine undichte Farbe ist. Sofern man nun diese beiden Farben  über- oder ineinander gießt, sinkt nach wenigen Minuten die dichte Farbe (Weiß) hinab und die undichte Farbe (Schwarz) tritt an die Oberfläche.

 

Mehr zu Farbdichten/Deckkraft im Abschnitt „Deckkraft der Farben / Auswirkungen“.

Gießmedium (Pouring medium)

Es gibt unendlich viele Farbzusätze, die als Gießmedium die Fließeigenschaften der Acrylfarbe verbessern. Hervorzuheben sind jedoch 3 unterschiedliche Produktvarianten die sehr häufig von Künstlern eingesetzt werden. Für eine der nachfolgenden Optionen sollte man sich mindestens entscheiden oder eine Kombination aus 2 Optionen mischen.

 

1.1 Gießmedium Liquitex

Name: Liquitex Professional Pouring Medium   

 

- bereits gebrauchsfertig

- hohe Qualität

- hochwertige Ergebnisse

- Strahlkraft der Farbe bleibt erhalten

- gleichmäßige Trocknung ohne Risse

- teuerste Option

1.2 Gießmedium Schmincke

Name: Schmincke Pouring Medium

 

- flüssiges Acryl-Hilfsmittel

- bereits gebrauchsfertig

- hohe Qualität

- hochwertige Ergebnisse

- Strahlkraft der Farbe bleibt erhalten

- Bildung von Rissen wird reduziert

- gleichmäßige Trocknung 

- hervorragend zum mischen mit Acrylfarben

- hervorragend als Finish oder Schlusslack

 

Anmerkung: Bei Verwendung von Silikonöl kann es zu Rissen in der Oberfläche kommen...

 

2. Floetrol (von OWATROL)

 

Wurde ursprünglich für Malerarbeiten für die Verbesserung der Fließeigenschaften und zur Verkürzung der Trocknungszeiten produziert.

 

Wird von vielen Pouring-Fans als einziges Gießmedium genutzt.

 

Falls Du Zellen haben willst, solltest Du Floetrol unbedingt immer beimischen.

Je nach Farbpigmentierung ist das Mischverhältnis unterschiedlich.

 

Einfachstes Rezept: 

Hochwertigste Künstlerfarbe (Fluid-Version) ca. 25% mit Floetrol ca. 75 % mischen; Zellen sind dann garantiert...

Bei günstigeren Farben ist der Farbanteil dann entsprechend höher.

 

3. SUPER PVA Craft Medium

Extra Strong Bonding Medium

(von Baker Ross)

PVA-basierter Flüssigklebstoff

 

PVA bindet die Farbpigmente und kann mit Wasser verdünnt werden. PVA-Kleber sind die kostengünstigste Gießmedium-Option.

 

Nachteil könnte sein, dass die getrocknete Farbe matt wirkt. Ratsam ist es deshalb den PVA-Kleber zumindest mit einem anderen Gießmedium zu mischen.

Für meine eigenen Pourings habe ich alle 3 Optionen getestet und war durchaus zufrieden. Meine erste Wahl ist bisher Liquitex und Schmincke aufgrund der hohen Qualität, wobei die beiden anderen Optionen ebenfalls teilweise akzeptable Ergebnisse bringen.

Mischverhältnisse (Rezepturen)

Für mich gibt es hier kein grundsätzliches „Idealrezept“ – weshalb? Es gibt in der Kombinationsmöglichkeit (Hersteller/Qualität/Produkt von Gießmedium und Farbe) zu viele Variationsmöglichkeiten und Abhängigkeiten.

 

Je Farbe einzeln in einem Glas, Papp- oder Plastikbecher mit dem Gießmedium, etc. gemischt und erst später – je nach Pouring-Technik – mit anderen Farben zusammengegossen. Für das Mischen der einzelnen Farbe sollte man sich genügend Zeit lassen. Ich mische eine hochwertige Künstler-Farbe mit dem Gießmedium in einem Glas per Holzstick ca. 1 Minute lang an. Je nach Farbe und Gießmedium (Hersteller/Produkt/Mischverhältnis) kann das sorgfältige Mischen pro Farbe auch 2 – 4 Minuten betragen; aber es lohnt sich ….

 

Für die ersten Versuche würde ich folgende Beispiel-Mischmöglichkeiten definieren:

 

Möglichkeit 1 – Flüssigere Farben (siehe „Acrylfarben für Pouring“)

40% hochwertige Fluid – Acrylfarbe

60% Floetrol oder Liquitex Pouring Medium

Alternativ:         55% Floetrol und

                             5% Wasser

3 Tropfen reines Silikonöl auf 100ml fertige Mischung (Farbe+Gießmedium Floetrol falls Zellen gewünscht sind) nach dem Mischen dazu tropfen, falls viele Zellen gewünscht sind.

 

Möglichkeit 2 – Hochwertige Künstler-Farben

30% hochwertige Künstler-Acrylfarbe

70% Liquitex Pouring Medium oder Schmincke Pouring Medium (für Zellen Floetrol)

Alternativ:         65% Liquitex oder Schmincke Pouring Medium 

                             5% Wasser

3 oder 4 Tropfen reines Silikonöl (nur bei Floetrol) auf 100ml fertige Mischung (Farbe+Gießmedium) nach dem Mischen dazu tropfen, falls viele Zellen gewünscht sind.

Nicht zu empfehlen: Silikonöl und Schmincke Pouring Medium mischen wegen Rissbildung.

 

Möglichkeit 3 – günstige Acrylfarben

60% günstige Acrylfarbe

40% Floetrol oder Liquitex Pouring Medium

Alternativ:          35% Floetrol und/oder anteilig PVA-basierter Flüssigklebstoff und

                              5% Wasser

3 oder 4 Tropfen reines Silikonöl auf 100ml fertige Mischung (Farbe+Gießmedium Floetrol) nach dem Mischen dazu tropfen, falls viele Zellen gewünscht sind.

 

Weshalb ist der Preis bei Acrylfarben so unterschiedlich? Die Preisserien spiegeln die Kosten für die unterschiedlich teuren Pigmente wieder, die in hoher Konzentration in der Farbe enthalten sind. Die beste Qualität ist die sogenannte Künstlerqualität; damit aber auch die teuerste Farbe. Durch die hohe Konzentration an Pigmenten benötigt man aber auch deutlich weniger Farbsubstanz und kann die Menge an einem Gießmedium beim mischen deutlich erhöhen.

Zellenbildung in Acrylfarben

Es gibt letztendlich 3 Möglichkeiten eine Zellbildung innerhalb von Acrylfarben anzuregen:

  • Silikon hinzumischen, so dass die später untenliegenden Farben an die Oberfläche gelangen
  • Flambierbrenner einsetzen – per Hitzeeinwirkung Zellenbildung anregen
  • Natürliche Möglichkeit (ohne weitere Mittel) aufgrund der unterschiedlichen Farbdichte pro Farbe, die – aufgrund der physikalischen Gesetze – die Zellbildung ermöglichen. 

Am einfachsten zu kontrollieren ist für mich das Hinzufügen von Silikon, sowie evtl. der nachträgliche, vorsichtige Einsatz des Flambierbrenners. Aber auch ohne Beimischung von Silikon entstehen bereits Zellen und Strukturen aufgrund der physikalischen Gesetze in der jeweils unterschiedlichen Dichte der einzelnen Farben.

Silikon kann jedoch auch sehr gut für die deutlichere Zellenbildung eingesetzt werden. Dies gibt es in Form von Sprays oder auch als dünnflüssiges Öl in Flaschenform. Aber auch andere Produkte die Silikon enthalten können die Zellbildung unterstützen (z. Bsp. Kosmetikprodukte die Silikon enthalten).

Die besten Ergebnisse habe ich mit reinem Silikonöl 100% erhalten die mit Floetrol und Künstlerfarbe gemischt wurden, da das transparente Silikonöl die wasserbasierte Acrylfarbe verdrängt und somit die unter dem Öl liegende Farbschicht gut hindurchschimmert.

 

Tipp: Da das Silikonöl nur tröpfchenweise hinzugegeben wird macht es evtl. Sinn, das Silikonöl in ein kleines Medizinfläschchen mit Pipette abzufüllen. Die Anzahl der zuzugebenden Tropfen ist mit einer Pipette besser kontrollierbar.

100% reines Silikonöl

von Optimal Products

Alternative Silikonsprays und

Produkte mit Silikonanteil

Als Flammbierbrenner benutze ich einen normalen Haushalts-Flammbierbrenner der mit Gas gefüllt werden kann.

 

Der Flammbierbrenner sollte sehr vorsichtig eingesetzt werden, da die Farbe durch die Hitze leicht zerstört werden kann; d.h. Sicherheitsabstand einhalten, Brenner immer leicht bewegen und immer wieder kurz abwarten wenn das Silikonöl nun an die Oberfläche gezogen wird und durch die Hitze der Gasflamme sich die darüber liegende Acrylfarbe auflöst.

 

Dieser Prozess dauert immer etwas und die Zellen wachsen, nach der Hitzeeinwirkung, für einen kurzen Zeitraum in ihrer Größe.

Also….. immer wieder kurz abwarten und den Brenner zwischendurch weghalten oder ausschalten. Langsam und vorsichtig arbeiten.

Silikon untermischen /rühren - Technik und Auswirkung

 

Nachdem die einzelne Farbe in einem Glas mit dem Gießmedium gut gemischt wurde, kann man pro Farbe (ca. 100ml) bzw. pro Glas/Becher ca. 3 Tropfen reines Silikonöl oder 3 kurze Sprühstöße aus dem Spray auf die Oberfläche sprühen.

Mit dem Holzstick kann nun das Silikon eingerührt werden … ich habe eine Grundregel hierfür…

  • Möchte man große Zellen, so sollte der Holzstick nur kurz und langsam 1 bis 2mal durch die Farbe gezogen werden.

Alternativ:

  • Möchte man kleine Zellen, so sollte der Holzstick mehrmals und öfters durch die Farbe gezogen werden, so dass sich das Silikon mehr in der Farbe verteilt.

Du kannst nun zusätzlich auswählen, welche Farben Zellen erhalten sollen (also Silikon hinzufügen) und welche Farben keine Zellbildung haben sollen oder ob alle Farben Silikon enthalten sollen. Ich gebe meistens allen Farben etwas Silikon hinzu.

 

Beispiel:

Ich möchte ein Bild machen in welchem die Farbe weiss aufbricht und als Fläche (Layer) zwischen den Farbe dargestellt werden soll, aber alle anderen Farben jedoch Zellen bilden sollen. Türkis mit großen Zellen und alle anderen Farbe kleine Zellen.

  • Weiss – also kein Silikon beimischen
  • Türkis – Silikon hinzufügen und einen Holzstick 1 – 2 mal ganz langsam durch die Farbe ziehen
  • Alle anderen Farben – Silikon hinzufügen und mehrmals einen Holzstick durch die Farbe ziehen bzw. Silikon vorsichtig untermischen.

Also einfach selbst ausprobieren wie Du schöne Zellen hervorbringen kannst. Für Tests reicht auch vorab ein kleines Pouring auf einem Karton, etc..

Deckkraft der Farben

Um ein gutes Ergebnis zu erzielen, sollte man sich ebenfalls mit der Deckkraft der Farben und deren Auswirkung im Pouring beschäftigen.

Viele Pigmente sind von Natur aus transparent oder halbtransparent. Einige Farbtöne haben aber auch bereits ohne Zusätze eine sehr hohe Deckkraft. Bei Acrylfarben kann zudem die Deckkraft durch Zugabe von Weißer Acrylfarbe (z. Bsp. Titanweiss) erhöht werden.

 

Die Deckkraft der einzelnen Farbe ist, auch innerhalb einer Farbreihe eines Herstellers, unterschiedlich und wird auf den meisten Farben durch ein Symbol auf jedem Farbbehälter (Tube, Flasche, etc.) dargestellt:

Darstellung der Symbole für

Deckkraft und Erläuterung

 

Bei den meisten Farbtuben, Farbblaschen, etc. sind diese Symbole auf der Rückseite dargestellt.

Sofern auf einer Farbe kein Symbol abgebildete ist, kann man recht einfach die Deckkraft der Farbe selbst herausfinden. Die Farbe hierzu unbedingt ungemischt verwenden.

Hierzu auf einem Blatt Papier mit einen dicken schwarzen Edding eine breite senkrechte Linie aufmalen. Nun waagrecht eine Linie mit der jeweiligen Farbe per Pinsel darüber malen.

Je nachdem ob nun die schwarze Eddinglinie noch gut zu sehen, leicht zu sehen oder gar nicht mehr im Schnittpunkt unterhalb der aufgemalten Farbe zu sehen ist, ist die Deckkraft entsprechend nachvollziehbar.

 

Im Foto untern dargestellt (links nach rechts):

  • deckend
  • halb deckend
  • halb lasierend
  • lasierend 

 

Auswirkungen der Deckkraft beim Pouring

 

Am besten Du nimmst für ein Bild jeweils mindestens eine Farbe deckend, eine Farbe halb deckend und eine Farbe transparent (lasierend) und dann weitere Farben hinzu um die Effekte der unterschiedlichen Deckkräfte in Folge erkennen zu können.

Die schweren, deckenden Farben werden für sogenannte "Layer" (aufgebrochene Netzstrukturen, die innerhalb der eigenen Struktur Farben/Zellen an die Oberfläche kommen lassen).

Es werden sich Oberflächen bilden, die alleine aufgrund der unterschiedlichen Deckkräfte, verschiedene gestalterische Auswirkungen ermöglichen. Mit einem Gießmedium gemischt und zum Schluss ein paar Tropfen Silikon hinzu gegeben, verändert sich die farbliche Struktur und Konsistenz zudem.

Die bekanntesten Pouring-Techniken

Da die Techniken aus den USA stammen, werden diese Namen meistens auch im Deutschen so verwendet:

  1. Flip Cup
  2. Dirty-Pour
  3. Puddle-Pour
  4. Swipe
  5. Swirl
  6. String

Die einzelnen Techniken nachfolgend kurz erklärt:

1. Flip Cup - Technik

Bei der Flip Cup Technik werden die einzelnen Farben vor dem Guss in einem großen Behälter vorbereitet / nacheinander aufgefüllt, nicht mehr umgerührt und in einer Aktion auf die Leinwand gegossen.

Schritt für Schritt-Anleitung

  1. Arbeitsplatz vorbereiten (siehe „Der Arbeitsplatz / Vorbereitung“)
  2. Jede Farbe in einen einzelnen Becher mit Gießmedium per Holzstick gut mischen.
  3. Ein paar Tropfen Silikonöl hinzufügen und – je nach gewünschter Zellenbildung (große oder kleine Zellen) – mit dem Holzstick das Silikon unterrühren.
  4. In einem großen Glas oder Becher die einzelnen Farben nacheinander und abwechselnd, langsam hineinleeren aber nicht umrühren.
  5. Die Oberseite der Leinwand nun nach unten umdrehen und die Leinwand auf das große Glas / Becher mittig auflegen. Das Glas / Becher mit der gesamten Farbe zusammen mit der Leinwand nun festhalten und wieder umdrehen und das nun umgedrehte Glas auf der Leinwandoberfläche stehen lassen.
  6. Ein paar Sekunden warten, damit die Farben bereits im Glas /Becher etwas nach unten fließen können.
  7. Das Glas / Becher nun in einem Ruck anheben (Alternativ auf die Seite kippen), so dass die gesamte Farbe sich auf der Leinwand verteilen kann.
  8. Die Fließrichtung der ausgekippten Farbe nun durch kippen der Leinwand kontrollieren.

 

Tipp:

Anstelle von nur einem großen Glas / Becher mit verschiedenen gemischten Farben können auch mehrere Becher mit unterschiedlich gemischten Farben auf der Leinwand kopfüber gestülpt werden; das Problem ist lediglich dann das Umstülpen der weiteren Becher auf die Leinwand ohne die Farbe zu verspritzen.

 

Farbreste, die durch das Kippen des Keilrahmens abtropfen bzw. abfließen, können mit einem Pinsel oder einer kleinen Spachtel wieder aufgenommen werden um kleine farbfreie Punkte/Flächen am Leinwandrand mit der gleichen Farbe nachträglich etwas aufzufüllen. 

 

2. Dirty-Pour - Technik

Bei der Dirty-Pour Technik werden die einzelnen Farben vor dem Guss in einem großen Behälter vorbereitet / nacheinander aufgefüllt, mit dem Holzstick vorsichtig umgerührt bzw. durchzogen und in einer Aktion auf die Leinwand gegossen.

Schritt für Schritt-Anleitung

  1. Arbeitsplatz vorbereiten (siehe „Der Arbeitsplatz / Vorbereitung“)
  2. Jede Farbe in einen einzelnen Becher mit Gießmedium per Holzstick gut mischen.
  3. Ein paar Tropfen Silikonöl hinzufügen und – je nach gewünschter Zellenbildung (große oder kleine Zellen) – mit dem Holzstick das Silikon unterrühren
  4. In einem großen Glas oder Becher die einzelnen Farben nacheinander und abwechselnd, langsam hineinleeren und vorsichtig langsam etwas umrühren / den Holzstick durchziehen. Das Ergebnis ist deshalb unvorhersehbarer als das Ergebnis der Flip Cup Technik; die Farbverläufe sind eher verschmolzen.
  5. Die Oberseite der Leinwand nun unten umdrehen und die Leinwand auf das große Glas / Becher mittig auflegen. Das Glas / Becher mit der gesamten Farbe zusammen mit der Leinwand nun umdrehen, festhalten und das nun umgedrehte Glas auf der Leinwandoberfläche stehen lassen.
  6. Ein paar Sekunden warten, damit die Farbe bereits im Glas /Becher etwas nach unten fließen können.
  7. Das Glas / Becher nun in einem Ruck anheben (Alternativ auf die Seite kippen), so dass die gesamte Farbe sich auf der Leinwand verteilen kann.
  8. Die Fließrichtung der ausgekippten Farbe nun durch kippen der Leinwand kontrollieren

Tipp:

Anstelle von nur einem großen Glas / Becher mit verschiedenen gemischten Farben können auch mehrere Becher mit unterschiedlich gemischten Farben auf der Leinwand kopfüber gestülpt werden; das Problem ist lediglich dann das Umstülpen der weiteren Becher auf die Leinwand ohne die Farbe zu verspritzen.

 

Farbreste, die durch das Kippen des Keilrahmens abtropfen bzw. abfließen, können mit einem Pinsel oder einer kleinen Spachtel wieder aufgenommen werden um kleine farbfreie Punkte/Flächen am Leinwandrand mit der gleichen Farbe nachträglich etwas aufzufüllen. 

3. Puddle-Pour - Technik

Die Puddle-Pour Technik  ist eine einfach auszuführende Gießtechnik. Hierbei werden die einzelnen Farben nacheinander direkt auf die Leinwand gegossen. Die erste auf die Leinwand gegossene Farbe bildet die Basis, in die weitere Farben übereinander bzw. ineinander gegossen werden.

Schritt für Schritt-Anleitung

  1. Arbeitsplatz vorbereiten (siehe „Der Arbeitsplatz / Vorbereitung“)
  2. Jede Farbe in einen einzelnen Becher mit dem Gießmedium per Holzstick gut mischen.
  3. Evtl. in paar Tropfen Silikonöl hinzufügen und – je nach gewünschter Zellenbildung (große oder kleine Zellen) – mit dem Holzstick das Silikon vorsichtig unterrühren
  4. Die erste Farbe (oder eine Teilmenge davon) als Basis nun auf die Leinwand gießen. Weitere Farben (oder jeweils Teilmengen der vorbereiteten Farben) abwechselnd in die zuvor gegossene Farbe eingießen, solange bis die gewünschte Farbmenge auf der Leinwand ist.
  5. Die Fließrichtung der ausgekippten Farbe nun durch kippen der Leinwand kontrollieren.

Tipp:

Farbreste, die durch das Kippen des Keilrahmens abtropfen bzw. abfließen, können mit einem Pinsel oder einer kleinen Spachtel wieder aufgenommen werden um kleine farbfreie Punkte/Flächen am Leinwandrand mit der gleichen Farbe nachträglich etwas aufzufüllen. 

4. Swipe - Technik

Als „Swipe Technik“ wird eine Wischtechnik bezeichnet. Diese Technik kann für sich alleine genutzt oder mit anderen Techniken kombiniert werden.

Das Wischen bzw. „über die Farbe wischen“ erfolgt zum Ende des Pourings z. Bsp. mit einem Malmesser, einer Spachtel oder einer dicken Plastikfolie (z. Bsp. ein ausgeschnittener, dicker Plastikumschlag eines Schnellhefters). Durch das darüber-Wischen der letzten Farbschicht entstehen fließende Bewegungen und Zellen kristallisieren sich besser heraus.

 

Für diese Technik sollten jeder Farbe ein paar Tropfen bzw. ein paar Spraystöße Silikon zugeführt werden bevor die Farben gegossen werden.

 

Um diese Technik umzusetzen wird meistens am Rand der Leinwand, nachdem der Guss und das Verteilen der Farbe durch hin- und herkippen auf der Leinwand bereits erfolgt ist, eine weitere Farbe (oftmals weiss, da dies als oberste Schicht für eine Netzstruktur gut dient) am Randbereich der Leinwand aufgegossen und mit einem der genannten Werkzeuge leicht über die anderen Farben gewischt / gezogen.

Mit Hilfe der Werkzeuge lässt sich die Deckfarbe (z. Bsp. weiss) sehr dünn über die anderen Farben wischen, so dass die Deckfarbe nur sehr fein die übrigen Farben überdeckt und dann langsam in den Hintergrund tritt.

 

In kurzer Zeit drückt sich das darunter befindliche Silikon in der Farbmischung an die Oberfläche und gibt die Sicht auf die darunterliegenden Farben frei.

 

Durch leichtes Wischen von z. Bsp. zwei Seiten in beide Richtungen wird die Deckfarbe jeweils schwächer. 

 Schritt für Schritt-Anleitung

  1. Arbeitsplatz vorbereiten (siehe „Der Arbeitsplatz / Vorbereitung“)
  2. Jede Farbe in einen einzelnen Becher mit dem Gießmedium mischen.
  3. Silikonöl pro Farbe hinzufügen und – je nach gewünschter Zellenbildung (große oder kleine Zellen) – mit dem Holzstick das Silikon vorsichtig unterrühren
  4. Eine der beschriebenen Techniken (z. Bsp. Flip Cup, Dirty-Pour, Puddle-Pour) verwenden.
  5. Vor der Fertigstellung eine Farbe für die darüber liegende Netzstruktur wählen (vorzugsweise weiss), an einem oder mehreren Rändern der Leinwand aufgießen und mit einem Werkzeug über die anderen Farben vorsichtig und dünn ziehen / wischen bis das darunter liegende Silikon an die Oberfläche tritt.

5. Swirl - Technik

Bei der Swirl Technik werden die Farben aus einem großen Gefäß auf eine bereits grundierte Leinwand gegossen und ringförmig verteilt. Danach lässt man durch das hin- und herkippen der Leinwand die ringförmig gegossenen Farben fließen.

Schritt für Schritt-Anleitung

  1. Arbeitsplatz vorbereiten (siehe „Der Arbeitsplatz / Vorbereitung“)
  2. Jede Farbe in einen einzelnen Becher mit Gießmedium mischen
  3. Eventuell etwas Silikonöl hinzufügen und – je nach gewünschter Zellenbildung (große oder kleine Zellen) – mit dem Holzstick das Silikon unterrühren.
  4. Sofern gewünscht ist, dass nur Farben im Zentrum des Kreises Zellen erhalten sollen, kann der Boden eines großen Glases / Bechers zuerst mit Silikonöl benetzt werden, so dass das Silikon erst am Schluss auf die zuletzt gegossenen Farben trifft.
  5. In einem großen Glas oder Becher die einzelnen Farben nacheinander und abwechselnd, langsam hineinleeren aber nicht umrühren.
  6. Die gesamte Oberfläche der Leinwand mit einer einzelnen Farbe grundieren die im Kontrast zur Farbenauswahl steht (z. Bsp. weiss)
  7. Auf die grundierte Leinwand nun die verschiedenen Farben aus dem großen Glas leicht kreisförmig gießen um einzelne Farbringe zu erhalten.
  8. Die Fließrichtung der ausgekippten Farbe nun durch hin- und herkippen der Leinwand kontrollieren, so dass die Farbringe besser erkennbar werden.

6. String - Technik

Die String Technik könnte auch als Faden-/Schnurtechnik beschrieben werden. Ein bzw. mehrere abgeschnittene Fäden / Schnüre werden in die Farben der Becher eingetaucht und später über bzw. durch das Pouring gezogen. Durch das Ziehen der in Acrylfarbe getränkten Schnüre entstehen interessante Farbverläufe und –effekte.

 

Als Basis dient eine der bereits beschriebenen Techniken (z. Bsp. Dirty-Pouring oder Puddle-Pouring).

Schritt für Schritt-Anleitung

  1. Arbeitsplatz vorbereiten (siehe „Der Arbeitsplatz / Vorbereitung“)
  2. Jede Farbe in einen einzelnen Becher mit dem Gießmedium mischen. Danach jeweils einen Faden / eine Schnur in jeden Farbbecher eintauchen, damit die Schnur sich mit der Farbe vollsaugen kann.
  3. Ein paar Tropfen Silikonöl hinzufügen und – je nach gewünschter Zellenbildung (große oder kleine Zellen) – mit dem Holzstick das Silikon unterrühren
  4. In ein großes Glas oder Becher die einzelnen Farben nacheinander und abwechselnd, langsam hineinleeren und vorsichtig, langsam etwas umrühren. Die Schüre/Fäden in den einzelnen Farbbehältern lassen.
  5. Alternativ: Puddle-Pour; d.h. die einzelnen Farben nacheinander direkt auf die Leinwand gießen.
  6. Falls gewünscht, die Leinwand vorher mit einer Farbe grundieren.
  7. Die Fließrichtung der ausgekippten Farbe nun durch hin- und herkippen der Leinwand kontrollieren.
  8. Zum Schluss die Schnüre / Fäden der einzelnen Farben in das Pouring legen und langsam und vorsichtig ziehen, so dass verschiedene Farbverläufe entstehen.

Tipp als Alternative:

Als Grundierung eine interessante Kontrastfarbe aufgießen. Danach die in verschiedenen Farben getränkten Schnüre schlängelnd auf der Grundierung platzieren und dann die farblichen Schnüre durch die Grundierung ziehen.

Trockenzeit / Trockenplatz

Normaler Weise trocknet Acrylfarbe sehr schnell – aber nur bei dickflüssigen (pastösen) Farben.

Beim Acrylic Pouring ist dies leider nicht so, da wir sehr viel Farbe und Zusätze verwenden. Ich lasse meine Pouring-Werke meist 2 Tage bei Zimmertemperatur durchtrocknen. Im Falle einer späteren Versiegelung würde ich sogar lieber 3 Tage ansetzen.

 

In der Trocknungphase sollte die Leinwand absolut waagrecht und eben liegen. Unebenheiten könnten den Rahmen innerhalb der Trocknungszeit verzerren; also immer eben lagern.

Versiegelung der Oberfläche

Sofern Dein Kunstwerk die Erwartungen erfüllt und Du das Bild vor Austrocknung und Schmutz schützen willst, kannst Du dieses am Schluss noch versiegeln. Oftmals verstärkt die Versiegelung noch zusätzlich die Leuchtkraft der Farben.

Die Entscheidung, ob zusätzlich versiegeln oder nicht, kann man aber ja auch erst einige Tage oder Wochen später treffen …. Eile ist hier nicht notwendig. Die Entscheidung kann also langsam reifen…

 

Es gibt hierzu 2 übliche Varianten...

 

Variante 1 : Versiegelung mit Acryl-Schlussfirnis (diese Variante bevorzuge ich)

 

Acryl-Schlussfirnis ist ein farbloser Acryl-Klarlack. Für alle meine Bilder benutze ich von Liquitex entweder den Schlussfirnis „Seidenmatt“ oder „glänzend“ – je nach gewünschtem Effekt. Auch von anderen Herstellern gibt es ähnlich gute Produkte.

Der Vorteil hier ist das einfache und perfekte Auftragen des Firnis per Pinsel. Die Firnis-Flüssigkeit kann man direkt aus der Flasche verwenden und ist sehr gut und gleichmäßig streichbar. Keine Blasenbildung. Die nachträgliche Trocknungszeit beträgt dann nur ein paar Stunden.

Alternative: Verwendung von Schmincke Pouring Medium als Finish oder Schlusslack für einen hochglänzenden Überzug. Je nach Farbsorte und auch Verwendung von zusätzlichem Wasser können die Farben auch eher seindenmatt auftrocknen.

 

Variante 2: Versiegelung mit Resin – Kunstharz

 

Resin kommt aus dem Englischen und bedeutet „Harz“. Für unsere Zwecke benötigt man genau genommen allerdings Epoxidharz.

 

Das Expoxidharz wird zusammen mit einem Härter angemischt. Diese Versiegelungs-Variante ist wesentlich preisgünstiger als die Versiegelung mit Acryllack und gibt, sofern die Produkte gut sind und das Mischungsverhältnis stimmt, ein hochglänzendes Ergebnis.

 

Schritt für Schritt-Anleitung

  • Exoxidharz und Härter im richtigen Verhältnis mischen (steht meistens auf der Verpackung) und die passende Menge produzieren (ca. 300 - 400g pro qm Bildfläche).
  • Langsam auf das Bild gießen und mit einem Spachtel vorsichtig und langsam verteilen bis die gesamte Oberfläche gleichmäßig benetzt ist.
  • Falls es zur Blasenbildung kommt, dann kurz abwarten, ob die Luftbläschen von selbst verschwinden. Eventuell mit dem Spachtel vorsichtig nachhelfen. Sehr einfach verschwinden die Luftbläschen mit dem Einsatz eines Küchenbrenners (Sicherheitsabstand beachten und mit schnellen Bewegungen über die Oberfläche brennen).

Die nachträgliche Trocknungszeit beträgt nur ein paar Stunden.


So.... das war für mich schon das Wichtigste zum erfolgreichen Pouring....

 

Ich hoffe es war für Dich kurz genug beschrieben und dennoch informativ genug, so dass Du einige Anregungen bekommen hast und dadurch noch ein paar Varianten und Möglichkeiten auszuprobieren möchtest.

Mein Blog kann natürlich nicht den Anspruch auf Vollständig haben. Falls ich mich verschrieben habe oder ich etwas verwechselt habe würde ich mich über Deinen Kommentar sehr freuen!

Dieser Blog entstand in 2018 und wird kontinuierlich vervollständigt und weitergepflegt.....

 

Und nun viel Spaß beim Pouring ... und vorab Danke für alle "likes" auf meinen YouTube-Videos!

...und lasst Euch nicht gleich unterkriegen wenn etwas nicht sofort klappt...

Wundert Euch bitte nicht, wenn ich in YouTube noch wenig Videos zum Pouring, sondern eher zu anderen Techniken (meist Rakeltechnik) eingestellt habe.... ich komme schlicht mit dem Filmen nicht hinterher und Acryl-Rakeln ist auch meine Leidenschaft ... aber ich gelobe Besserung :)

  

Anmerkung: Am Besten meinen YouTube-Kanal abonnieren (Button unten anklicken und abonnieren); dann erhält Du immer wieder neue Tipps und Anregungen von mir..... vielen Dank!

Note: This blog was created in 2018 and is continuously completed and maintained .....


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Anmerkung: Für die Erstellung dieses Blogs auf meiner privaten homepage habe ich teilweise Texte oder Redewendungen aus den oben genannten Quellen/Links (siehe "Interessante Links zu Blogs und Artikel...") verwendet und/oder evtl. in meiner eigenen Interpretation dargestellt.

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Kommentare: 13
  • #1

    Marion (Dienstag, 08 Mai 2018 17:01)

    Hallo, Herr Bauer,

    die Anleitung ist Klasse!
    Jedoch habe ich ein Problem: nach dem Trocknen bilden sich in der Oberfläche kleine Risse ... wie kann man die vermeiden? Habe bei Zimmertemperatur getrocknet und auch eine handelsübliche Leinwand/Keilrahmen benutzt. Für einen Tipp wäre ich dankbar. Mail: marionkreysig@gmail.com
    Viele Grüße

    Marion

  • #2

    Pia A. (Donnerstag, 19 Juli 2018 13:08)

    Lieber Joe
    Vielen Dank für die tolle Beschreibung. Jetzt habe ich endlich eine Vorstellung davon, was passiert, wenn....
    Ich habe nur noch eine Frage: Kannst du mir sagen, wieviel angemischte Farbe man pro qm in etwa braucht? Ich möchte die Fliesstechnik an einer grossen Leinwand ausprobieren.
    Herzlichen Dank
    Pia

  • #3

    Alcindo Brito Moreira (Donnerstag, 19 Juli 2018 15:13)

    Hallo Herr Bauer
    Vielen Danke für die wesentliche und einfach Erklärung - es is so erklärt dass jeder der lesen kann versteht und anwenden kann.
    Freundliche Grüsse
    Alcindo

  • #4

    Fidi (Mittwoch, 08 August 2018 15:16)

    Mal eine Frage:
    Was heißt denn "Strahlkraft der Farben bleibt erhalten"?
    Ich würde die Technik gern für Foodfotografie-Untergründe ausprobieren, also auf größeren (50 x 40 cm bis 100 x 50 cm) Span- oder massiven Holzplatten (Regalbrettern etc.). Bei der Foodfotografie wäre es eher ungünstig, wenn die getrockneten Farben zu sehr reflektieren. Die meisten Farben sehen auch nach dem Trocknen matt auf den Holzbretten aus, nur bei Schwarz musste ich extra Tafelfarbe kaufen, um nicht zu viele Spiegelungen auf dem Foto zu haben. Bedeutet "Strahlkraft bleibt erhalben", dass die Farben stark reflektieren oder nur, dass sie nicht verblassen?
    Gibt es einen Tipp zum Gießen auf größeren, schwereren Holzbrettern?

    LG von
    Fidi

  • #5

    Lox (Mittwoch, 19 Dezember 2018 19:22)

    Alles klappt super, als ich das Pouring benutz habe, gab es Risse, bei Wasser aber nicht
    Kurze Erleuterung
    Danke

  • #6

    Nicole (Mittwoch, 26 Dezember 2018 23:49)

    Hallo, danke für den Beitrag über dieses tolle Hobby :) ich habe mit dem pouring angefangen und leider bilden sich farb risse nach dem trocknen. Was mache ich falsch?
    Für einen Tipp wäre ich sehr dankbar...
    nicole_roa_mueller@yahoo.de

    Liebe Grüße :)

  • #7

    Gunda Schardt (Samstag, 19 Januar 2019 08:45)

    Hallo erstmal,
    ich habe mich auch für das Posting begeistern können. Klappt auch alles soweit ganz gut, ich bin zufrieden, aber...
    Die Farbe läuft vom Bild obwohl die Leinwand eben liegt. Die Zellen brechen auf und verzerren sich.
    Gibt es da einen Tipp, ich wäre sehr dankbar dafür!
    LG von Gunda
    scha.gu@web.de

  • #8

    Gunda Schardt (Samstag, 19 Januar 2019 10:11)

    Ups, gerade bemerkt... Pouring, nicht Posting. ;)
    Gunda

  • #9

    Anja (Dienstag, 12 Februar 2019 13:06)

    Ich möchte einfach nur mal DANKE sagen für diese tollen und leicht verständlichen Informationen. Für mich als Anfänger ist es schön hier Antworten auf all meine Fragen gefunden zu haben.

  • #10

    Anne (Dienstag, 19 Februar 2019 12:04)

    Herzlichen Dank für die ausführliche Beschreibung ! Habe es ausprobiert und meine Bilder sind super geworden.
    Ich bin extrem infiziert und habe schon die nächste Idee,
    die Swipe - Technik auszuprobieren,
    LG und weiter so

  • #11

    Corinna (Samstag, 16 März 2019 12:07)

    Hallo Joe,
    super deine Erklärung zum Pouring!!! Das hilft mir, als Anfängerin, sehr.
    Was ich leider noch nicht weiß, wieviel Farbe, schon fertig verdünnt mit Pouring medium, brauche ich für eine Leinwand von 50x50cm?
    Und kennst du bzw. hast du evtl. auch Erfahrung mit Pouring Medium der Firma Viva?
    Ich würde mich freuen und wäre dankbar über eine Antwort.

    Herzliche Grüße
    Corinna

  • #12

    Eva (Samstag, 03 August 2019 23:36)

    Hi :) bei mir sieht es immer erst super aus und es bilden sich Zellen, aber wenn es trocknet verblassen sie oder verschwinden teilweise ganz! Weißt du woran das liegen kann?
    LG

  • #13

    Eva (Samstag, 03 August 2019 23:39)

    Meine Mail: engel1997@gmail.com